Die Heizkosten in Deutschland sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Besonders betroffen sind fossile Energieträger wie Gas und Heizöl.
Wärmepumpe und Holzpellets am günstigsten
Die Beratungsgesellschaft co2online rechnet auch für 2026 mit steigenden Heizkosten. Am stärksten dürften die Preise für Heizöl und Holzpellets zulegen.
Am günstigsten heizt man in Deutschland mit Wärmepumpen und Holzpellets. Im Jahr 2026 fallen in einer Wohnung mit einer Wärmepumpe durchschnittlich Kosten von etwa 735 Euro an, mit Holzpellets rund 860 Euro. Am teuersten ist das Heizen mit Fernwärme und Heizöl. Die Kosten für Erdgas dürften 2026 im Vergleich zu 2025 leicht sinken.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Einfamilienhäusern: Auch hier zählen Wärmepumpen und Holzpellets zu den günstigsten Heizarten. Am teuersten ist erneut Heizöl mit durchschnittlich 2.745 Euro pro Jahr.
Kohlebriketts mit stärkstem Preisanstieg
Laut Statistischem Bundesamt sind die Preise für Kohlebriketts seit 2020 stärker gestiegen als die aller anderen Heizstoffe.
Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 stiegen die Kosten für alle Heizstoffe. Im Dezember 2022 griff die "Dezember-Soforthilfe" der Bundesregierung. Im Rahmen dieser Maßnahme übernahm der Staat einmalig die Abschlagszahlung für Gas- und Fernwärmekundinnen und -kunden.
Seit Beginn des Irankriegs im Februar 2026 ist vor allem Heizöl deutlich teurer geworden. Die Preise der übrigen Heizstoffe reagierten weniger stark auf den Konflikt im Nahen Osten.
Irankrieg ließ Ölpreis steigen
Mit dem Krieg im Iran, der Ende Februar 2026 mit Angriffen Israels und der Vereinigten Staaten begann, stieg der Ölpreis weltweit. Die Blockade des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus ist dabei ein zentraler Faktor. In Deutschland stieg der Preis für 1.000 Liter Heizöl wieder auf über 1.500 Euro. Unmittelbar vor Kriegsbeginn lag der Preis noch zwischen 900 und 1.000 Euro.
Gas bleibt häufigste Heizmethode
Gas ist in Deutschland weiterhin der wichtigste Energieträger zum Heizen. 2024 wurde mehr als die Hälfte des Wohnungsbestands mit Gas beheizt. Dahinter folgten Heizöl (17 Prozent) und Fernwärme (16 Prozent).
Gaspreis aktuell über 10 Cent pro Kilowattstunde
Wer derzeit einen neuen Gasvertrag mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden abschließt, zahlt rund 12 Cent pro Kilowattstunde.
Im September 2022 lag der Preis bis zu viermal so hoch: Damals erreichte der Gaspreis mit bis zu 40 Cent pro Kilowattstunde seinen Höchststand. Auslöser war der russische Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. Russland drosselte danach seine Gaslieferungen und stellte sie im Spätsommer 2022 ganz ein. Deutschland musste kurzfristig teureren Ersatz aus anderen Staaten beschaffen, etwa Flüssigerdgas (LNG). Die EU-Staaten beschlossen zudem, bis 2027 aus russischer Energie auszusteigen.
Um Gaskundinnen und -kunden zu entlasten, führte die Bundesregierung 2023 die sogenannte "Gaspreisbremse" ein: Für 80 Prozent des Jahresverbrauchs wurde der Preis auf 12 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Die Regelung galt bis zum 31. Dezember 2023.
Zusätzlich wurde die Mehrwertsteuer auf Erdgas, Fernwärme und Flüssiggas von Oktober 2022 bis Ende Februar 2024 von 19 auf 7 Prozent gesenkt.
Wie sich der Gaspreis zusammensetzt
Aktuell entfallen rund 16 Prozent des Gaspreises in Deutschland auf die Mehrwertsteuer. Den größten Anteil haben jedoch Marge, Beschaffung und Vertrieb mit 42 Prozent, sowie die Netzgebühren mit 26 Prozent.
Netzentgelte sind die Gebühren für die Nutzung des Gasnetzes. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden liegt das durchschnittliche Netznutzungsentgelt im Jahr 2026 je nach Netzbetreiber zwischen etwa 380 und 640 Euro pro Jahr.
Hinzu kommt der CO₂-Preis, den Deutschland 2021 für fossile Brennstoffe wie Erdgas und Heizöl eingeführt hat. Seit 2026 bewegt er sich in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂.
Seit 1. Januar 2026 wird die Gasspeicherumlage aus dem deutschen Bundeshaushalt bezahlt. Für Gaskundinnen und -kunden fällt sie damit weg. Ursprünglich eingeführt wurde die Gasspeicherumlage im Jahr 2022, um das Befüllen der deutschen Gasspeicher zu finanzieren und eine Gasmangellage zu verhindern. Zuletzt betrug sie 0,289 Cent pro Kilowattstunde.
Fast sechs Prozent können ihr Zuhause nicht ausreichend warm halten
Die steigenden Heizkosten belasten viele Haushalte. 2025 gaben fast sechs Prozent der Bevölkerung in Deutschland an, ihre Wohnung oder ihr Haus aus finanziellen Gründen nicht angemessen warm halten zu können. Das entspricht rund 4,8 Millionen Menschen.
Die Zahl der von Energiearmut Betroffenen erreichte 2023 ihren bisherigen Höchststand und ist seither wieder rückläufig. Die durch den Irankrieg gestiegenen Preise für Heizöl könnten jedoch dazu führen, dass wieder mehr Menschen Schwierigkeiten haben, ihr Zuhause ausreichend zu heizen.
Am günstigsten sind Wärmepumpen und Holzpellets. In einer Wohnung kostet das Heizen mit einer Wärmepumpe 2026 durchschnittlich etwa 735 Euro, mit Holzpellets rund 860 Euro. Bei Einfamilienhäusern gehören diese beiden Heizarten ebenfalls zu den günstigsten.
In Wohnungen sind Fernwärme und Heizöl am teuersten. Bei Einfamilienhäusern liegt Heizöl mit durchschnittlich 2.745 Euro pro Jahr vorn.
Die Beratungsgesellschaft co2online rechnet auch für 2026 mit steigenden Heizkosten. Am stärksten dürften die Preise für Heizöl und Holzpellets zulegen. Die Kosten für Erdgas könnten dagegen im Vergleich zu 2025 leicht sinken.
Mit Gas. 2024 wurde mehr als die Hälfte des Wohnungsbestands mit Gas beheizt, gefolgt von Heizöl (17 Prozent) und Fernwärme (16 Prozent).
Der Krieg im Iran, der Ende Februar 2026 mit Angriffen Israels und der Vereinigten Staaten begann, hat den Ölpreis weltweit steigen lassen. Ein zentraler Faktor ist die Blockade des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. In Deutschland stieg der Preis für 1.000 Liter Heizöl von 900 bis 1.000 Euro vor Kriegsbeginn auf über 1.500 Euro. Die übrigen Heizstoffe reagierten weniger stark.
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 drosselte Russland seine Gaslieferungen und stellte sie im Spätsommer 2022 ganz ein. Deutschland musste kurzfristig teureren Ersatz beschaffen, etwa Flüssigerdgas (LNG). Im September 2022 erreichte der Gaspreis mit bis zu 40 Cent pro Kilowattstunde seinen Höchststand.
Den größten Anteil haben Marge, Beschaffung und Vertrieb mit 42 Prozent. Die Netzentgelte machen 26 Prozent aus, die Mehrwertsteuer rund 16 Prozent. Hinzu kommt der CO₂-Preis.
Im Jahr 2023 rollte die deutsche Bundesregierung die sogenannte Gaspreisbremse aus, um die Gaskundinnen und -kunden zu entlasten. Für 80 Prozent des Jahresverbrauchs wurde der Preis auf 12 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Sie galt bis 31. Dezember 2023.
Laut Statistischem Bundesamt sind die Preise für Kohlebriketts seit 2020 stärker gestiegen als die aller anderen Heizstoffe.
Die Bundesregierung hat beschlossen, dass die Gasspeicherumlage ab dem 1. Januar 2026 wegfällt. Der Bund übernimmt die Kosten dafür.
Die Gasspeicherumlage wurde eingeführt, um die Kosten für das Befüllen von Gasspeichern in Deutschland zu decken. Diese Maßnahme wurde notwendig, um eine Gasmangellage im Jahr 2022 zu verhindern.
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (ca. 150 m²) geht man von einem Verbrauch von etwa 2.000 bis 3.000 Litern pro Jahr aus. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung wird von einem Verbrauch von etwa 1.050 bis 1.540 Litern Heizöl pro Jahr ausgegangen.
Im Dezember 2022 übernahm der Staat mit der "Dezember-Soforthilfe" einmalig die Abschlagszahlung für Gas- und Fernwärmekunden. 2023 deckelte die "Gaspreisbremse" den Preis für 80 Prozent des Jahresverbrauchs auf 12 Cent pro Kilowattstunde. Außerdem wurde die Mehrwertsteuer auf Erdgas, Fernwärme und Flüssiggas von Oktober 2022 bis Ende Februar 2024 von 19 auf 7 Prozent gesenkt.
2025 gaben fast sechs Prozent der Bevölkerung an, ihre Wohnung oder ihr Haus aus finanziellen Gründen nicht angemessen warm halten zu können. Das sind rund 4,8 Millionen Menschen. Der bisherige Höchststand wurde 2023 erreicht. Die durch den Irankrieg gestiegenen Heizölpreise könnten die Zahl jedoch wieder steigen lassen.
Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen: https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/A_Z_Glossar/N/Netzentgelt.html
Preisvergleich: https://gas.preisvergleich.de/news/17602/gasspeicherumlage-entfaellt-2026/
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/abschaffung-gasspeicherumlage-2375074
Verivox: https://www.verivox.de/gas/gaspreise/
Verivox: https://www.verivox.de/gas/ratgeber/heizen-mit-oel-ein-ueberblick-1118292/
Verivox: https://www.verivox.de/gas/themen/heizoel/
Verivox: https://www.verivox.de/gas/themen/oelpreiskopplung/
